Titelbild Kirche S.t Marien Behrenhoff

Kirche St. Marien
Behrenhoff

Kirche St. Marien
Behrenhoff

Malerisch qualitätvolle Erzählung vom Jüngsten Gericht.

Bei der kleinen St. Marienkirche in Behrenhoff, südlich von Greifswald, unweit der Ostseeküste unterhalb Rügens handelt es sich um ein echtes, Kleinod überregionaler Bedeutung. Selbst die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel – Behrenhoff befindet sich im Herzen Ihres Heimatwahlkreises – konnte sich bei einem Besuch im Frühsommer 2016 von den bedrohlich wirkenden Wandmalereien des Höllenschlundes beeindrucken lassen.

Auftraggeber

Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde
St. Nikolai Gützkow
Kirchstraße 11b
17506 Gützkow

Architekt

Architekten Johannsen und Partner
Hr. Müller
Steinbeckerstraße 21
17489 Greifswald

Denkmalpflege

Landesamt für Denkmalpflege
Mecklenburg – Vorpommern
Domhof 4/5
19055 Schwerin
Fr. Dipl. Rest. E. Kuhnert

Beteiligte MA

Dipl. Rest. (FH) Michael Lange, Leitung
Rest. M. A. Christin Golnik, Leitung
Stuckateurm. (8HWO) Lucas Lange
Praktikantin Barbara Urbanski

Monate Bearbeitungszeit
Euro Umfang
Quadratmeter
beteiligte Mitarbeiter

Objektbeschreibung

Bei der evangelischen Kirche St. Marien handelt es sich um einen Bau aus Feld- und Backsteinen der in seinem Kern aus der ersten Hälfte des 13. Jh. stammt und in der Folge in zwei großen Umbauphasen (Anfang des 14. Jh. und im 17. Jh.) umfangreich überformt worden ist.

Der Arbeitsbereich im Chor ist durch einen breiten Triumphbogen abgesetzt und ist mit einer lübisch beeinflussten Wandmalerei aus Anfang des 14. Jh. reich verziert. Die Wandmalerei wurde von SELIGER 1899 freigelegt und stark ergänzt, 1948 / 49 restauriert.

Die Malerei gliedert sich entlang der drei Wände wie folgt:

Nordwand:

Erzählerische Darstellung des Jüngsten Gerichts mit Höllenrachen.

Ostwand:

Malerische Erzählung der Marienkrönung, mit Johannes dem Täufer, Bischof und Märtyrerin.

Südwand:

An der Südwand werden in einer Zone übereinander acht Medaillons mit Heiligendarstellungen und der Sündenfall Adams und Evas dargestellt.

Oberhalb dieser Darstellungen stehen 12 Apostel (je Seite 4) als Beisitzer des Gerichts.

Nach unten hin, zum Sockel, grenzen sich die Malereien mit einem umlaufendem Fries mit floralen und heraldischer Darstellungen ab.

Besonders auffällig war hier die, im Zuge der Ausbesserungskampagne der 1970er Jahre, großzügige Ausbesserung der Fehlstellen. Hier wurden die Fondsbereiche soweit übermalt dass die bauzeitliche Ausmalung zum Teil um 3cm beschnitten wurde.

Referenzbild Detailansicht Kirche S.t Marien Behrenhoff

Bereiche

Chorraum

1. Bauabschnitt

Nordquerhäuser 1 – 4
Südschiffe 5, 8 und 9
Südquerhaus 1
Seitenkapelle 6 und 7

2. Bauabschnitt

Südquerhäuser 2 – 4
Seitenkapelle 5
Südschiffe 6-7
Nordschiffe 4 – 9

Insgesamt 22 Gewölbejoche

Referenzbild Detailansicht Kirche S.t Marien Behrenhoff

Ausgangszustand

Alle Fassungsoberflächen waren sämtlich durch aufliegenden Schmutz wie Spinnweben und Staub stark verunreinigt. Auf den unebenen Wandflächen fielen Schmutzdepositionen durch ihre dunkle Erscheinung besonders störend auf.

Die oberen Bereiche um die Malereien waren in ihrer Erscheinung stark geprägt von dunkel stehenden, biogenen Aufwüchsen.

Die polychromen und teils unter den Überfassung liegenden Malereien standen zum Teil pudrig, mehlig auf den Putzoberflächen und waren strukturell stark entfestigt.

Die Sockelzone war infolge von Durchfeuchtungen dauerhaft schwer geschädigt, sowohl die Putze als auch die Kalktünchen waren strukturell stark entfestigt und ohne Bindung um Untergrund. Versalzungen und biogener Aufwuchs prägten hier das Erscheinungsbild.

Maßnahmen

Maßnahmen

Untersuchung ▾

In einer ersten Untersuchungskampagne zu Beginn der Ausführung wurde eine UV Untersuchung ausgeführt um zum Einen die ursprünglichen Malereikanten nach Abnahme der Übermalung sichtbar zu machen und zum Anderen  unter normalem Licht fragmentarisch erscheinende Malereifragmente besser zu lokalisieren und in ihrer Formulierung aufzugreifen.

So konnte z.B. auf der Nordwand eine figürliche Darstellung, wahrscheinlich eines Teufels, aufgefunden werden.

Im Laufe der fortgeschrittenen Restaurierung wurden dann weitere Befunde an der Südwand zur Ausmalung des westlichen Türbereiches gewonnen.

Abnahme Übermalungen ▾

In einem ersten Arbeitsschritt wurden alle Überarbeitungen von 1949 / 1979 durch Freilegung mit dem Skalpell und Mikrodampfstrahler abgenommen. Die Bereiche um die Malereien wurden hierbei besonders behutsam mit verschiedenen Pinseln und Zuhilfenahme der Lupenbrille bearbeitet.

Entfernung biogener Aufwuchs ▾

Im Zuge der Abnahme der Übermalungen wurde auch der biogene Befall entfernt. Hierbei wurden zunächst Arbeitsproben angelegt und schlussendlich der Schwarzschimmel kleinteilig mit Pinseln verschiedener Härtegradationen abgenommen. Die Flächen wurden dann vorbeugend mit Isopropanol behandelt um einer Neubildung von Schimmel vorzubeugen.

Fassungsfestigung ▾

Die Fassungsfestigung erfolgte sprühend mit einer 2,5%igen Klucel E lösung (2:1 in Alkohol) auf allen pudernden Fassungsoberflächen.

Bearbeitung Risse / Putzergänzungen ▾

Rissbereiche und Putzergänzungen wurden mit einem feinkörnigen Luftkalkmörtel struktur- und niveaugleich zum Bestand ausgeführt.

Tiefere Risse wurden vorab mit Calxnova Injektionsmörtel verfüllt.

Retusche der Fondtöne ▾

Die Fondtöne, es handelte sich um Kalkschlämmen, wurden mit einer Mischung aus Altmannsteiner Sumpfkalk und gewaschenem Feinsand ausgelegt. Das feine Strukturbild welches diesen Schlämmanstrich charakterisiert wurde im Streiflicht kontrolliert und gegebenenfalls an das Umfeld angepasst.

Retusche der polychromen Malereien ▾

Die Aposteldarstellungen, die floralen und heraldischen Friese wurden mit einer Tratteggioretusche in variierenden Strichstärken retuschiert. Besonderes Augenmerk lag hier darauf größere Flächen, z.B. die Bücher der Apostel, optisch zu beruhigen. Diese polychromen Retuschen wurden sämtlich mit Schmincke Gouachefarben ausgeführt.

Die in der UV-Untersuchung aufgefundenen Malereifragmente wurden mit einer aqua sporca – Retusche auf ein geschlossenes, zusammengezogenes Erscheinungsbild hin retuschiert.

Ein Sonderfall stellte da befundete braune Band im Übergang zum Sockel dar. Die ehemals in Umbratönen gestrichene Fläche (nach Abnahme der Überfassungen war diese auf einem ca. 30%igen Bestand ausgedünnt) wurde im Lokalton als dünne Lasur vorgelegt und dann komplett in Strichretusche ausgelegt.

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